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Rechercheberichte [clear filter]
Friday, June 29
 

10:45

Dokfilm-Gespräche I — “Bimbes - Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl”
Die Dokumentation kann in der ARD Mediathek angesehen werden unter: http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Bimbes-Die-schwarzen-Kassen-des-Helmut/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=48136314

Über Kohls Spendenaffäre schien eigentlich alles bekannt zu sein -  bis auf die Namen der Spender, die der Altkanzler partout nicht hatte nennen wollen. Denn er habe ihnen sein Ehrenwort gegeben und das stand nach Kohls Auffassung über Recht und Gesetz. Damit hatten sich die Instanzen des Rechtsstaates in Anbetracht der Verdienste des Kanzlers der deutschen Einheit abgefunden und die kritische Öffentlichkeit wohl  auch. Bis Wolfgang Schäuble 2015 in einem Interview mit Stephan Lamby einen überraschenden Hinweis gab: "Es gibt keine anonymen Spender. Es gab aus der Zeit von Flick schwarze Kassen." Hatte Kohl also gelogen, als er behauptete, zwischen 1993 und 1998 ca. zwei Millionen DM von Spendern entgegen genommen zu haben? Hatte er mit einer Lüge von dem viel größeren Skandal der Schwarzen Kassen ablenken wollen, mit denen er jahrelang seine Herrschaft gesichert hatte?

Die Autoren Stephan Lamby und Egmont Koch mussten -  in Kooperation  mit Reportern des SPIEGEL - bei ihren gemeinsamen Recherchen weit  zurückgreifen. Bis  in die 60er und 70er Jahre, als deutsche Konzerne „ zur Pflege der politischen Landschaft“ ein weit verzweigtes, illegales Spendensystem für Parteien und Politiker anlegten – ein System, von dem Helmut Kohl so sehr profitierte wie kein anderer Politiker. Sollten die Schwarzen Kassen über die Jahre hinweg immer noch funktioniert haben? Die beiden Autoren finden entlarvende Dokumente und entlocken einigen Zeitzeugen aus dem unmittelbaren damaligen Umfeld von Kohl Aussagen, die den Verdacht aufdrängen, dass Kohls „Ehrenwort“ den viel größeren Skandal eines  weit verzweigten Netzes aus schwarzen Kassen verdecken sollte. Durch ihre akribische Recherche machen die Autoren die engen  Verflechtungen von Politik und Industrie während Kohls langer Kanzlerschaft deutlich, sprechen von einem "faustischen Pakt mit der Industrie". Die 75-minütige Dokumentation lässt durch die Dichte von Dokumenten und Zeitzeugenaussagen die jüngere Zeitgeschichte in neuem Licht erscheinen.

Weitere Links:
Die dunklen Seiten von Kohls Vermächtnis (€) (Der Spiegel)
Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl (FAZ)
Doku über Helmut Kohl und den “Bimbes”: ARD und Spiegel liefern eine journalistische Meisterleistung ab (Meedia)
„Spiegel“ und ARD – gemeinsam stark: Zur Dokumentation „Bimbes – Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl“ (Medienkorrespondenz)
Die schwarzen Kassen des Altkanzlers (Süddeutsche Zeitung)

(In Kooperation mit dem Grimme-Institut)

Moderators
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Gert Monheim

Netzwerk Recherche

Speakers
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Egmont R. Koch

freier Autor, Netzwerk Recherche
Egmont R. Koch, geboren 1950 in Bremen, studierte Biochemie an der Medizinischen Hochschule in Hannover ehe er zum Journalismus kam. Bekannt wurde Koch 1978 durch den Bestseller Seveso ist überall (zusammen mit Fritz Vahrenholt), zu dem auch ein Film entstand. Seit dieser Zeit produzierte... Read More →
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Stephan Lamby

Autor und Produzent, ECO Media TV
Stephan Lamby studierte in Marburg und Hamburg Germanistik und Anglistik. Er arbeitete als freier Journalist in New York und als stellv. Chefredakteur bei Radio 107 in Hamburg. Seit 1992 war Lamby beim Fernsehmagazin der ZEIT stellv. Redaktionsleiter und Moderator, seit 1997 ist er... Read More →


Friday June 29, 2018 10:45 - 11:45
K7

10:45

Netzwerk der Neuen Rechten - Eine Gegenkultur aus Denkfabriken, Verlagen und rechten Multimillionären
Wie Identitäre, Burschenschafter, AfD, ultra-konservative Denkfabriken und Medien ein Netzwerk der Neuen Rechten geknüpft haben – und die Gesellschaft unterwandern. Den Neuen Rechten ist es gelungen innerhalb weniger Jahre eine eigene Gegengesellschaft zu erschaffen - mit Verlagen, Magazinen, Troll-Armeen, Kleidungslabels, Politikern, Kirchenmännern, sozialen Bewegungen, Künstlern, Think Tanks und einer eigenen Gewerkschaft. Sie wollen den 68er Rollback und einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel. Dafür kapern sie linke Aktionsformen und Themen und bestimmen den Diskurs. Sie sind dabei, die Mehrheitsgesellschaft erst zu unterwandern und später zu übernehmem.

Eine bisher unterschätzte Gefahr. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist in den vergangenen fünf Jahren ein immenses Netzwerk von über 80 Stiftungen, Vereinen, Medien und Kampagnen-Plattformen in Deutschland herangewachsen. Über ein Jahr lang haben wir dieses Netzwerk nun bereits ausgeleuchtet. Finanziert wird die Neue Rechte Welle von wenigen, oft im geheimen operierenden, mittelständischen Unternehmern und Industriellen. Viele der Strippenzieher der sogenannten Neuen Rechten sind gar nicht so neu. Auch wenn die Aktionsformen modern wirken, haben viele Funktionäre eine Vergangenheit bei den alten Rechten: In früheren Jahren engagierten sie sich teilweise in autonomen Neonazi-Kameradschaften, bei Rechtsrock-Bands, in der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten, bei der rechtsextremen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“, bei Pro Deutschland, der NPD, den Republikanern oder im heute verbotenen rechtsextremen Wehrsportübungs-Verein „Heimattreue Deutsche Jugend“.

Link:
Neue Rechte: Bis in den letzten, rechten Winkel (Die Zeit)
Die 443 Verbindungen der AfD-Fraktion (taz)

Speakers
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Christian Fuchs

Autor, Die Zeit
Christian Fuchs ist Autor im Investigativ-Ressort der ZEIT. Zuvor hat er dem Rechercheverbund von NDR und Süddeutscher Zeitung angehört. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich mit Rechtsextremismus, zuletzt mehrere Jahre lang mit der "Neuen Rechten". Er ist vielfach ausgezeichnet... Read More →


Friday June 29, 2018 10:45 - 11:45
K6

12:00

Dokfilm-Gespräche II — “ The Cleaners - im Schatten der Netzwelt”
Die Dokumentation kann angesehen werden unter: https://vimeo.com/268621544 Passwort: 180508_cLn_KiNo_dEuSuB

„Cleaners“ nennen die Autoren Hans Block und Moritz Riesewieck ihren Film über die Schattenwelt der Putzkolonnen der Digitalisierung. Allein in Manila arbeiten mehr als 10.000 Menschen daran, aus dem Internet zu löschen, was User nicht sehen sollen: Gewalt, Pornografie, Enthauptungen, Vergewaltigungen. Diese gigantische Schattenindustrie steht für den Albtraum der Globalisierung und Vernetzung.

Mühevoll und kostspielig war die Recherche, Einblick in diese Schattenindustrie zu bekommen. Fünf dieser Content-Moderatoren waren schließlich bereit, von ihrer Arbeit zu erzählen. Manchmal sieht ihnen die Kamera auch zu, wie sie sekundenschnell entscheiden: „ignore“ – kann bleiben, „delete“ – muss weg. Die einen vergleichen sich mit Scharfschützen, andere verstehen sich als Retter vor der Schlechtigkeit der Welt und sind stolz auf ihre Arbeit.

Dabei geht es nicht nur um die versteckte Ausbeutung von Arbeitskräften weit weg vom Firmensitz von facebook und Co, sondern auch potentiell um die Eliminierung kritischen Denkens im digitalen Raum. Kaum jemand kontrolliert die Entscheidungen der sogenannten Content-Moderatoren und immer wieder werden auch unliebsame kritische Inhalte gelöscht.

Davon erzählt „Cleaners“ in einer Filmsprache, die der künstlichen Welt der social media und der Schattenhaftigkeit der Existenz der Putztruppen entspricht. Künstliche Farben, rasante Schnitte. Manchmal geht die Kamera ganz nah an die Content-Moderatoren heran, dann spiegelt sich in den Augen der Bildschirm.

Der Film greift in die Debatte um gesellschaftliche Folgen von Social media ein. Die Autoren wollen „vor Augen führen, wohin wir steuern, wenn wir die Verantwortung für die digitale Öffentlichkeit Privatunternehmen überlassen, die Wut und kollektive Empörung zu Geld machen, und deshalb trotz aller Lippenbekenntnisse keinerlei ernsthafte Anstrengung dagegen betreiben.“ 

Links:

Die Filmwebseite mit Trailer: The Cleaners
"The Cleaners": Die Opfer des Bildergemetzels (Die Zeit)
"The Cleaners": Sie putzen das Internet (Deutschlandfunk Kultur)
Dokumentarfilm "The Cleaners": Facebooks dunkles Geheimnis (heise online)
"THE CLEANERS" - WER SICHTET PRO TAG 25.000 MAL HASS, TERROR UND GEWALT IM INTERNET? (Belltower.news)
Die Tatortreiniger der sozialen Medien (student!)
Im Schatten der Netzwelt: The Cleaners (rbb Inforadio)
Filmtipp: Cleaners im Schatten der Netzwelt (Menschen machen Medien)

(In Kooperation mit dem Grimme-Institut)

Moderators
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Fritz Wolf

freier Autor
Fritz Wolf, geb. 1947,Freier Journalist für Printmedien und Hörfunk, Fachgebiet Medien, Fernsehkritik. Autor Print für epd-medien, message, m. Autor Hörfunk für WDR und DLF. Seminare und Workshops zum Dokumentarfilm für WDR, Redaktion „story“, arte, rbb, Filmhochschule Ludwigsburg... Read More →

Speakers
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Hans Block

Regisseur
Hans Block, geboren 1985 in Berlin, ist deutscher Theaterregisseur, Filmregisseur und Musiker. Er studierte Schlagzeug an der Universität der Künste und Regie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin. Hans Block entwickelte eine Vielzahl eigener Inszenierungen... Read More →
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Moritz Riesewieck

Regisseur
Moritz Riesewieck, geboren 1985 im Ruhrgebiet, ist deutscher Theaterregisseur, Filmregisseur und Autor. Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes studierte er zunächst Wirtschaftswissenschaften und dann Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch... Read More →


Friday June 29, 2018 12:00 - 13:00
K7

12:00

Recherchieren mit Legende — Mit Fake-Firmen auf der Suche nach der Wahrheit
Was tun, wenn herkömmliche Recherche-Methoden nicht ausreichen, um die Wahrheit herauszufinden? Wenn Hinweise von Tippgebern zwar glaubwürdig erscheinen, sich ein Verdacht aber nicht juristisch wasserdicht erhärten lässt? Wenn es gilt, in eine Szene vorzustoßen, in der sich keine belastbaren Zeugen oder Unterlagen finden lassen?

Wir haben in solchen Situationen mehrfach mit falschen Firmen erfolgreich recherchiert: Für die „Rent-a-Sozi“-Affäre deckten wir auf, dass Firmen im Umfeld der SPD Termine bei Ministern für mehrere Tausend Euro anbot. Der Nachweis gelang nur, weil wir - und unsere Protagonisten - uns mit Hilfe einer ausgedachten Geschäftsidee als potenzielle Kunden ausgaben. Auch dieses Jahr haben wir wieder eine Fake-Firma gegründet, um eine Geschichte zu recherchieren, dieses Mal im Bereich Wirtschaftskriminalität.

Was ist zu beachten, wenn man als Journalist unter falscher Flagge segelt? Wie gründet man eine Fake-Firma, ohne dass sie sofort auffällt? Wie finde ich geeignete und glaubwürdige Protagonisten? Und wo sind die Grenzen dieser Vorgehensweise – legal und moralisch?

Links:
Rent as Sozi: Gesponsorte Treffen mit SPD-Spitzenpolitikern (frontal 21)
Die Fleichpanscher: Wie aus Wasser Wurst wird (frontal 21)
Wurstpanschen leicht gemacht (frontal 21)

Moderators
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Kathrin Becker

Redakteurin, NDR
Kathrin Becker ist Leiterin der Redaktion Dokumentationen (45 Min und Story im Ersten). Sie studierte in Köln und Madrid Geschichte und arbeitete als Autorin und Gerichtsreporterin für die Kölnische Rundschau. Nach dem Volontariat beim NDR war sie zunächst Autorin beim Medienmagazin... Read More →

Speakers
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Anna Feist

Autorin, Frontal 21
Anna Feist arbeitet seit 2015 als Autorin für Frontal 21. Bisher produzierte sie investigative Reportagen u.a. über Panschereien in der Fleischindustrie, über die Schleuser-Industrie („Menschenschmuggler- Das Geschäft mit den Flüchtlingen“) und über Deutsche beim IS  („Generation... Read More →
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Birte Meier

Frontal 21, ZDF
Birte Meier produziert seit 2007 als Frontal21-Redakteurin investigative Wirtschaftsgeschichten und hintergründige Politikbeiträge – zuletzt über Panschereien in der Fleischindustrie und über eine SPD-Tochterfirma, die Termine bei SPD-Ministern gegen Geld anbot ("Rent-a-Sozi... Read More →
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Klaus Siekmann

Justiziariat, NDR
Insbesondere für den investigativen Journalismus ist der Justiziar mittlerweile ein unerlässlicher Bestandteil. Dieser fungiert als juristisches Schutzschild und ermöglicht eine kritische Arbeit, auch wenn von Seiten der Entblößten versucht wird, Berichte oder Artikel zu verhindern... Read More →


Friday June 29, 2018 12:00 - 13:00
R4

14:00

Dokfilm-Gespräche III — "Amerikas Drohnenkrieger - National Bird"
Die Dokumentation kann angesehen werden unter:  https://vimeo.com/269854131 Passwort: network

In der Schlüsselszene des Films erlebt man mit, wie Menschen ins Visier der Drohnenkrieger geraten – sie glauben Kinder zu erkennen, eine Frau mit einem Baby, höchstwahrscheinlich also Zivilisten – und trotzdem schießen sie die Drohne ab. Regisseurin Sonia Kennebeck hat diese Szene visuell rekonstruiert, der Funkverkehr ist original.  Er zeigt vor allem, dass Behauptungen über die Drohnenangriffe falsch sind. Sie treffen nicht nur einzelne. Und sie treffen Zivilisten. Der Drohnenkrieg ist kein „sauberer Krieg“.

Der Film erzählt von den Folgen des Drohnenkriegs auf zwei Seiten. Da sind einerseits die Menschen, die die Drohnen bedienen und von weit weg auf einen Knopf drücken. Was macht diese Tötungsarbeit, die wie ein Videospiel aussieht, mit den Menschen? Und da sind die unmittelbaren Opfer des Drohnenkriegs in Afghanistan, die der tödlichen Waffe nicht ausweichen können.

Für die Drohnenkrieger stehen drei Protagonisten in diesem Film, die sich kritisch gegen den Krieg wenden und die selbst davon schwer beschädigt sind. Alle drei sind als Whistleblower an die Öffentlichkeit gegangen. Heather Linebaugh kritisiert, dass  die Verantwortung in der Befehlskette auf so viele Schultern verteilt ist, dass die Verantwortung dadurch schwindet. Es macht sie kaputt, dass sie nicht weiß, am Tod wie vieler Menschen sie beteiligt war. Sie leidet unter einem Posttraumatischen Belastungssyndrom und kämpft darum, als schwerbeschädigt anerkannt zu werden.

Auch Lisa Ling war als Bildanalystin an Operationen beteiligt. Sie hat nie selber auf den Knopf gedrückt. Eines Tages reist sie nach Afghanistan, um mit eigenen Augen zu sehen, was die Drohnen bei den Menschen angerichtet haben. Sie sei, sagt sie, beteiligt gewesen an 121.000 Aktionen „gegen aufständische Ziele“. Das sagt etwas über die Dimensionen des Drohnenkriegs.

Daniel arbeitete für mehrere Geheimdienste, ist jetzt politischer Aktivist. Sein Motiv, an die Öffentlichkeit zu gehen, ist die Intransparenz dieses Drohnenkriegs, das öffentliche Lügen darüber. Er drückt sich oft nur sehr vorsichtig und schwammig aus, er hat Angst, über ihm schwebt die Drohung, von der Regierung nach dem espionage act angeklagt  und verurteilt zu werden. Das könnte Jahrzehnte im Gefängnis bedeuten.

Zu der Schlüsselszene des Films gehören auch Bilder, die afghanische Zivilisten von der Heimkehr der Toten gedreht haben, schlichte, verschwommene Videobilder. Aber Beweise. Einwohner heben die Decken von den Toten, können hier jemanden identifizieren und da, man hört die Schreie der Überlebenden.  Dieser Szene kann man sich schwer entziehen.

Und das ist auch die besondere dokumentarische Leistung des Films. In der Realität liegen Ursache und Wirkung tausende Kilometer weit auseinander. Hier wird gestorben und dort muss niemand Verantwortung übernehmen. Der Film knüpft Ursache und Wirkung wieder zusammen. Stellt den Zusammenhang her zwischen Joystick und Beinprothese. Im Krankenhaus in Kabul schwenkt die Kamera auf eine lange Reihe von Aktenordnern, greift einen heraus, auf dem Ordner steht: „Amputationen bei Männern  55501 - 56000“.

Links:
Amerikas Drohnenkrieger - Der Dokumentarfilm "National Bird" (Das Erste)

Wolf sieht fern: Amerikas Drohnenkrieger. Von Sonia Kennebeck
Drohnenkrieg - Obamas tödliches Erbe (Deutschlandfunk)
„National Bird“: Unter Druck (Tagesspiegel)
Kritik zu National Bird (epd Film)
Filmkritik (Programmkino.de)

(In Kooperation mit dem Grimme-Institut)

Moderators
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Gert Monheim

Netzwerk Recherche

Speakers
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Sonia Kennebeck

Dokumentarfilmerin
Sonia Kennebeck ist eine unabhängige Dokumentarfilmerin und investigative Journalistin, die jahrelang für die ARD tätig war. In Deutschland liefen ihre Beiträge unter anderem in den Sendungen Panorama, Tagesschau und Tagesthemen. Sie lebt in New York und leitet dort ihre Produktionsfirma... Read More →


Friday June 29, 2018 14:00 - 15:00
K7

14:00

Sexualisierte Gewalt — Wie darüber recherchieren?
Sexualisierte Gewalt ist in Deutschland ein alltägliches Problem, das merkt man nicht nur an der #metoo-Debatte. Kinder und Erwachsene sind davon betroffen. Wie findet man sie? Wie findet man heraus, ob die Betroffenen glaubwürdig sind? Wie sorgt man dafür, dass man sie durch die Recherche nicht re-traumatisiert? Wie geht man als Journalist mit den Schilderungen emotional um? Sollte man seine eigene Betroffenheit nutzen? Welche Sprache ist angemessen für das Thema, welche Worte sollte man meiden? Wie recherchiert man in Communities, die kein Deutsch sprechen? Was macht man, wenn sexualisierte Gewalt gegen eine Protagonistin unmittelbar ist? Wie sorgt man beim Verfassen dafür, sich nicht rechtlich angreifbar zu machen, die Betroffenen zu schützen? Sollte man auch nach Veröffentlichung noch mit den Protagonisten, die oftmals auch suizidgefährdet sind, in Kontakt bleiben? Diese Fragen beantworten wir.

Links:
Berliner Jugendamt vermittelte Kinder an Pädophile (Der Spiegel)
Vergewaltigt auf Europas Feldern (Buzzfeed)
piqd-Hintergrund: Reichsbürger, Sexualisierte Gewalt gegen Erntehelferinnen, Proteste in der Slowakei (detektor.fm)

Speakers
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Ann-Katrin Müller

Redakteurin, SPIEGEL
Geboren 1987 im Rheinland, studierte Politikwissenschaften und European Studies in Bonn und London. Sie volontierte beim ARD-Polittalk „hart aber fair“ und wechselte 2013 ins Hauptstadtbüro von „DER SPIEGEL“. Dort hat sie lange über Familienpolitik berichtet, aktuell ist... Read More →
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Pascale Müller

Reporterin, BuzzFeed
Pascale Müller ist Reporterin für BuzzFeed News und schreibt über sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch. Vor BuzzFeed News hat Pascale als Video-Redakteurin und freie Reporterin u.a. in Tunesien, Irak, Jordanien und Marokko gearbeitet. Ihre Reportagen und Recherchen erschienen... Read More →


Friday June 29, 2018 14:00 - 15:00
R4

15:15

Digitale Inszenierung — Wie große Recherche-Projekte an ihr Publikum kommen
Bei komplexen Recherchen und großen Investigativprojekten bekommen digitale Erzählarten einen immer höheren Stellenwert - schließlich will man sie für ein breites Publikum erlebbar machen. Deutsche Medienhäuser experimentieren mit verschiedenen Formaten. Sie produzieren Podcasts, Videos und aufwendige Longreads, um ihre Geschichten zu präsentieren. Eine Diskussionsrunde über die Herausforderungen interdisziplinärer Teams, neuer Möglichkeiten und der Frage: Inwieweit zahlt sich das alles aus?

Beispiele der Referenten:
Paradise Papers (SZ)
Ausnahmezustand in deutschen Gefängnissen (BR)
Manipulation in der Marktforschung (SPIEGEL ONLINE) 

Moderators
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Astrid Csuraji

freie Journalistin und Projektmanagerin
Astrid Csuraji experimentiert im Journalismus der Dinge. Zusammen mit Jakob Vicari hat sie dazu das Start-up tactile.news gegründet und bringt Nachrichten für Kinder auf Spielzeuge. Gefördert wurde sie dabei vom Medieninnovationszentrum Babelsberg. Zurzeit ist Astrid außerdem... Read More →

Speakers
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Elisabeth Gamperl

Süddeutsche Zeitung
Elisabeth Gamperl entwickelt bei der Süddeutschen Zeitung neue Digitalformate und Erzählweisen. Sie ist Recherchemitglied der Paradise Papers und war an der Umsetzung der Panama Papers beteiligt. Während ihres SZ-Volontariats arbeitete sie zwei Monate lang im Datenteam von The... Read More →
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Verena Nierle

BR Recherche, Bayerischer Rundfunk
Verena Nierle hat 2016 das multimediale Investigativ-Team des Bayerischen Rundfunks aufgebaut und ist seitdem Teamleiterin bei BR Recherche. Davor arbeitete sie als Redakteurin beim Politikmagazin Kontrovers sowie für aktuelle Sondersendungen im BR Fernsehen. Von 2001 bis 2003 volontierte... Read More →
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Philipp Seibt

Reporter im Team Hintergrund und Recherche, SPIEGEL ONLINE
Philipp Seibt studierte Physik und Volkswirtschaftslehre in Münster und London. 2015 bis 2017 volontierte er in Hamburg bei SPIEGEL ONLINE mit einem Schwerpunkt Datenjournalismus. Davor war Seibt freier Mitarbeiter bei dpa und WDR. Seit 2017 ist er Reporter im Team „Hintergrund... Read More →


Friday June 29, 2018 15:15 - 16:15
K3

15:15

Mafia in Germany — Crossborder-reporting about organized crime [E]
Das Wort “Mafia” erweckt bei vielen Menschen nach wie vor die immer gleichen Stereotypen, etwa das Bild des bösen Italieners der im Süden Italiens um sich schießt. Das moderne Gesicht der Mafia ist jedoch ein anderes: Schon vor Jahrzehnten expandieren die Mafia-Clans international. Längst sind Mafia-Mitglieder auch in Deutschland zu Hause. Sie haben die Wirtschaft infiltriert, die Gesellschaft unterwandert - und das meist ohne Gewalt anzuwenden. Das organisierte Verbrechen arbeitet ohne nationale Grenzen. Genauso sollten JournalistInnen aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten, um kriminelle Aktivitäten besser zu verfolgen und ihre Recherchemethoden an ein Phänomen anzupassen, das sich ständig verändert. Bei dieser Veranstaltung sprechen wir über die Schwierigkeiten, zur italienischen Mafia in Deutschland zu arbeiten und warum es so wichtig ist, dass JournalistInnen bei investigativen Recherchen über das organisierte Verbrechen über Grenzen hinweg kooperieren.

The word 'mafia' still evokes in most people a decades old stereotype of  some bad Italian guys shooting around in the south of Italy. But the actual face of mafia has changed a lot: the Italian organized crime has crossed its regional borders many years ago and it’s long at home in Germany. With little need to ever resort to flagrant violence, it infiltrated the texture of legal economy and  its members are well integrated into the society, with effective local contacts and accomplices. As criminal networks span the globe, journalists from different country should likewise cross borders to follow up the activities of the criminals, and update their methods of investigation to tackle this ever changing phenomenon. In this panel we will talk about the Italian mafia in Germany and the difficulties of reporting on this subject. We will also discuss why it is important to work on cross-border investigations in an international team while reporting on organized crime.

Links:
Mafia in Pforzheim (correctiv)
Karte zu "Mafia in Deutschland" (correctiv)
Doku zum Buch "Die Mafia in Deutschland" über die Geschichte der Ndrangheta-Kronzeugin Maria G. (correctiv-YouTube-Channel)
Cosa Nostra in NRW und jüngste Verhaftungen (correctiv)
Verfahren "Stige" gegen die 'Ndrangheta in Deutschland und in Italien (correctiv)
Mafia-Geschichte: Der Kronzeuge Luigi Bonaventura muss um sein Leben fürchten (sandromattioli.de)
Mafia Tatort: "Kopper"
Recherche zur Operation Stige (stern)
arte-Doku über Giftmüll
YouTube: Revier der Paten - Mafia in Mitteldeutschland (MDR2016)
Unsichtbare Kartelle – die Mafia in Mitteldeutschland (MDR)
Bericht über Mafiaverdacht in Erfurt: MDR-Bericht war okay (taz)
Mafia-Recherchen: Schutz durch Kooperation (ZAPP)

Moderators
avatar for Katharina Finke

Katharina Finke

freie Autorin, Netzwerk Recherche
Katharina Finke (*1985) is a German non-fiction author and journalist who is covering stories around the world. So far she reported from Argentina, Australia, Bangladesh, Canada, Chile, China, Germany, India, Israel, Netherlands, New Zealand, Portugal and the US.Finke works freelance... Read More →

Speakers
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Margherita Bettoni

freie Journalistin
Margherita Bettoni ist Investigativjournalistin mit Schwerpunkt organisierte Kriminalität, Menschenrechtsverletzungen und Türkei. Seit 2014 recherchiert sie über die italienische Mafia in Deutschland und hat an mehreren grenzüberschreitenden Recherchen in internationalen Teams... Read More →
avatar for Axel Hemmerling

Axel Hemmerling

THÜRINGEN JOURNAL, MDR
Axel Hemmerling arbeitet seit 1999 für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in Erfurt. Schwerpunkt seiner journalistischen Tätigkeit ist die Innere Sicherheit - hier vor allem die Polizei , der Verfassungsschutz und die (vor allem italienische sowie russisch-eurasische) Organisierte... Read More →
avatar for Sandro Mattioli

Sandro Mattioli

freier Journalist, Journalist, Mafia-Experte
Der Deutsch-Italiener Sandro Mattioli arbeitete nach seinem Volontariat bei der Stuttgarter Zeitung drei Jahre als freier Reporter in Rom. Er hat sich auf die Italienische Organisierte Kriminalität spezialisiert und gilt als einer der führenden Mafia-Experten in Deutschland. Mattioli... Read More →
avatar for Giulio Rubino

Giulio Rubino

Journalist, IRPI
Giulio Rubino is a freelance journalist. He studied a the Sapienza University of Rome. In 2007 he has worked as a freelance journalist in Argentina and Bolivia. He wrote for Italian papers and magazines such as Terra, Il Manifesto, Carta. In 2011 he co-authored Toxic Europe - an investigative... Read More →


Friday June 29, 2018 15:15 - 16:15
K7

15:15

Was haben die Ärzte mit den Kindern gemacht? — Eine Recherche über unethische Medikamentenversuche
Vor eineinhalb Jahren schrieb uns ein Informant: Am ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig habe es in den 50er- bis 70er-Jahren Medikamentenversuche gegeben, an Kindern und an erwachsenen Psychiatriepatienten. Wir begannen zu recherchieren und stellten fest: Unsere Recherche besteht aus zwei Hauptzweigen, die sich immer weiter um- und aneinander entwickelten:

Zum einen wühlten wir uns durch Archive und medizinische Fachbestände, um Belege für solche Versuche zu finden und fanden fast 40 Aufsätze und Dokumente zu Medikamentenstudien. Hieb- und stichfest sind diese Quellen – aber auch schweigsam. Und sie nennen keine Patientennamen.

Zum anderen haben wir nach den Menschen gesucht, die als Kinder im Landeskrankenhaus Schleswig waren. Mehr als 30 haben wir gefunden und uns mit ihnen zu intensiven Gesprächen getroffen. Ihre Erinnerungen an die Zeit in Schleswig sind konkret: Tabletten, Spritzen, Dämmerzustände, Zwang. Aber sind sie auch glaubwürdig? Erinnerungen können zerbrechen, verblassen oder erst unter einem Vergrößerungsglas zu Monstrositäten werden. Patientenakten aus der Zeit gibt es keine mehr.

Unser Ziel konnte also nur sein, daraus ein plausibles Bild zu entwickeln, wie es in Schleswig wirklich gewesen ist. Denn die Versuchsopfer versuchen immer noch Entschädigung zu erhalten und ihre Gegner – die großen Pharmakonzerne und das Land Schleswig-Holstein – sind heute mächtiger als damals.

Links:
Multimediadoku:
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Wie-Kinder-zu-Versuchsobjekten-wurden,medikamente326.html#page=0&anim=slide
Fernsehdoku:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/Vergessene-Seelen,doku1166.html
Radiofeature und Talksendung: 
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Vergessene-Seelen-in-Schleswig,medikamente336.html

Moderators
avatar for Egmont R. Koch

Egmont R. Koch

freier Autor, Netzwerk Recherche
Egmont R. Koch, geboren 1950 in Bremen, studierte Biochemie an der Medizinischen Hochschule in Hannover ehe er zum Journalismus kam. Bekannt wurde Koch 1978 durch den Bestseller Seveso ist überall (zusammen mit Fritz Vahrenholt), zu dem auch ein Film entstand. Seit dieser Zeit produzierte... Read More →

Speakers
avatar for Christian Schepsmeier

Christian Schepsmeier

Redaktion Politik und Recherche, NDR SH
Christian Schepsmeier, geboren 1983, lebt und arbeitet als Fernsehautor und Journalist in Kiel. 2017 wurde er zusammen mit Julia Schumacher und Eike Lüthje mit dem Bremer Fernsehpreis ausgezeichnet – für die Berichterstattung im Schleswig-Holstein Magazin über unethische Medikamentenversuche... Read More →
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Julia Schumacher

Redaktion Politik und Recherche, NDR SH
Julia Schumacher, geboren 1985, hat in Mannheim und Leipzig studiert, bei Tageszeitungen und beim MDR gearbeitet und 2014 beim NDR volontiert. Seit August 2016 recherchiert und berichtet sie im Team der trimedialen Redaktion für Politik und Recherche im NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein... Read More →


Friday June 29, 2018 15:15 - 16:15
R4

16:45

Panzer für Erdogan - eine deutsch-türkische Recherchekooperation
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall würde gerne in der Türkei Panzer produzieren, möglichst frei von den lästigen Exportbeschränkungen, die in Deutschland gelten. Seit März 2017 haben der stern, Correctiv und die türkische Exilredaktion Özgürüz eine Serie von Artikeln über diese Pläne veröffentlicht, gestützt auf interne Firmenunterlagen und auch dank der Arbeit von Özgürüz-Mitarbeitern vor Ort, in der Türkei des autokratischen Präsidenten Erdogan. Es war eine Recherche, bei der es gelang, den Akteuren eines sich anbahnenden, hoch fragwürdigen Rüstungsdeals auf die Spur zu kommen. Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Seit Erdogans Regime begonnen hat, deutsche Staatsbürger aus der türkischen Haft zu entlassen, kommt sogar die Bundesregierung der Firma Rheinmetall und ihren türkischen Partnern entgegen. Der Rüstungskonzern könnte so sogar von einer Freilassung von Deniz Yücel profitieren - während die Menschenrechtslage in der Türkei sich zugleich keineswegs bessert.
 
Links:
Deutsche Panzer für Erdogan (correctiv)
Heisser Draht zu Erdoğan (Özgürüz)
Rheinmetall: Versteckspiel um eine Panzerfabrik in der Türkei (Stern)

Moderators
avatar for Tabea Grzeszyk

Tabea Grzeszyk

Journalist & Founder, Hostwriter
Tabea Grzeszyk is a freelance journalist and co-founder and CEO of Hostwriter.org, an award-winning Nonprofit that helps journalists to easily collaborate across borders. The network connects 4,000+ colleagues from more than 140 countries for mutual support and collaboration. In addition to her journalism work, Tabea was an external lecturer of International Jo... Read More →

Speakers
avatar for Margherita Bettoni

Margherita Bettoni

freie Journalistin
Margherita Bettoni ist Investigativjournalistin mit Schwerpunkt organisierte Kriminalität, Menschenrechtsverletzungen und Türkei. Seit 2014 recherchiert sie über die italienische Mafia in Deutschland und hat an mehreren grenzüberschreitenden Recherchen in internationalen Teams... Read More →
avatar for Frederik Richter

Frederik Richter

Journalist, CORRECTIV
Journalist. Vor seinem Einstieg bei correctiv.org hat Frederik zehn Jahre lang als freier Journalist und Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters aus dem Nahen Osten und aus Südostasien berichtet. In der Golfregion hat er Bankenskandale aufgedeckt und über den arabischen Frühling... Read More →
avatar for Hans-Martin Tillack

Hans-Martin Tillack

Investigativer Reporter, stern
Hans-Martin Tillack ist im Berliner stern-Büro verantwortlich für investigative Recherche. Von 1999 bis 2004 war er EU-Korrespondent des stern in Brüssel. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Themen politische Korruption, Lobbyismus und Rüstungsexporte. Für seine EU-Berichterstattung... Read More →


Friday June 29, 2018 16:45 - 17:45
R4

18:00

Afrikanische Raubkunst — Recherchen zu den von Briten geplünderten Benin-Bronzen
Im Jahre 1897 raubten britische Kolonialtruppen in Benin-City rund 4.000 Kunst-, Archiv- und Sakralgegenstände. Sie versteigerten diese in London, um den Krieg gegen das Königreich Benin zu refinanzieren. Heute gehören die sogenannten Benin-Bronzen zum Kostbarsten und Wertvollsten, was Afrika-Sammlungen in Europa und der ganzen Welt zu bieten haben. Ihr Gesamtwert wird auf 1 Milliarde Euro geschätzt.

Ein internationales Team aus deutschen und nigerianischen Journalisten recherchierte, wie 120 Jahre nach der grausamen Plünderung des Benin-Schatzes mit diesem schwierigen kolonialen Erbe umgegangen wird. Auf den Spuren dieses geraubten Schatzes führte die Recherche unter anderem nach London, Lagos, Wales, Berlin, New York, Hamburg, Cambridge, Boston, Dresden – und nach Benin-City, dort, wo die Benin-Bronzen 1897 gebrandschatzt wurden.

Der Initiator und Leiter des Projektes, Lutz Mükke,  berichtet über die Erfahrungen der grenzübergreifenden Recherche, insbesondere über die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren. Die Annahme, dass die Benin-Bronzen-Recherche relativ problemlos verlaufen würde, weil sie sich zum Großteil im liberal-aufgeklärten Kultur- und Museumsmilieu abspielt, erwies sich rasch als grobe Fehleinschätzung. Denn Restitutionsansprüche stehen im Raum und die Bereitschaft zur Rückgabe der  Raubkunst ist eher gering. Allerdings hat die aktuelle Ankündigung des französischen Präsidenten, afrikanische Raubkunst zurückgeben zu wollen, das Thema einer breiteren Öffentlichkeit bewußt gemacht und  auf die internationale Agenda gesetzt.

Links:
Benin: Die Beute-Bronzen (FAZ)
Victor Ehikhamenor im Interview zu den Benin Bronzen (FAZ)
Beutekunst: Wie die Bronzen ins Museum kamen (FAZ)
“This Is Not A Game” (Nigerian Observer)
Macrons Mission in Afrika: Alles neu denken (Deutsche Welle)
Bringing home Africa’s plundered art (Financial Times)

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Steffen Grimberg

MDR
Geboren 1968 im schönen Ruhrgebiet. Studium der Journalistik und Geschichte in Dortmund und Edinburgh. Volontariat bei der "Thüringer Allgemeinen", danach Tätigkeit für Fachzeitschriften, britische Zeitungen und das CNN-Büro in Berlin. Tätigkeit bei einer Medienberatungsfirma... Read More →

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Lutz Mükke

Journalist, Lecturer and Analyst, Kartographen-Stipendiat 2017
Dr. Lutz Mükke ist Diplom-Journalist und Afrikanist. Er arbeitete in mehr als 20 afrikanischen Ländern unter anderem für »Die Zeit«, die »FAZ« und die ARD. Zehn Jahre bildete er Journalisten im methodischen Recherchieren aus und war als Manager maßgeblich am Aufbau des »Europäischen... Read More →


Friday June 29, 2018 18:00 - 19:00
R4
 
Saturday, June 30
 

10:45

Ein Thema. Besetzt. Sechs Monate. In Netz und Film. Docupy „Ungleichland“
Willkommen in Ungleichland! Düsseldorf, Privatflugterminal. Der Pilot wartet schon in Uniform an der Pforte, als Bauunternehmer Christoph Gröners Auto vorfährt. Tür auf, schnellen Schrittes durchs Terminal, Tasche in den Jet und los. Über den Wolken verrät Christoph Gröner: Heute hätten sich seine Wirtschaftsprüfer gemeldet. Sein Unternehmen sei jetzt eine Milliarde Euro wert. Er gehört zu den reichsten Menschen des Landes. Sechs Monate lang hat er sich filmen lassen - bei Vorstandssitzungen und Charitiy-Abenden, unter Investoren in Cannes und beim Streit um Baugenehmigungen in Köln.

Genau wie die Familie Clauß - Vater Thomas, Mutter Catrin und die Kinder Gustav und Luise. Immer gearbeitet, alles richtig gemacht - trotzdem ist eine Immobilie in ihrer Stadt Leipzig für sie ohne Rücklagen unbezahlbar. Und dann soll auch noch das Siemens-Werk, in dem Thomas Clauß als Ingenieur arbeitet, schließen.

UNGLEICHLAND verwebt diese und weitere dokumentarische Stränge in drei Teilen. Wir zeigen nicht nur die Ungleichheit der Vermögen, sondern auch wie sich diese bei den Themen CHANCEN und MACHT fortschreibt. Die erzählerische Ebene verknüpfen wir mit Mini-Lectures. Direkt in die Kamera, gestenreich und an optisch opulenten Orten liefern international anerkannte Experten mehr als Statements. Neben Branko Milanovic sprechen der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, der Ökonom Thomas Piketty, Brooke Harrington, die intensive Feldforschung in Offshore-Gebieten unternommen hat, Stanford Professor Raj Chetty, der Big Data für nachbarschaftsgenaue Ungleichheitskarten genutzt hat und viele mehr.

Das Besondere an docupy: Lange, bevor die Filme im Fernsehen gesendet wurden, ist docupy - Ungleichland online gegangen - als längste Sendung der Welt. Online-Autoren bearbeiteten das Thema in Videos, Insta-Stories und Twitter-Umfragen. Gleich das erste Online Video wurde ein viraler Hit: "219 Frauen – eine Frage" in dem Bundestagsabgeordnete über Ungleichheit bei den Geschlechtern sprechen erreichte über drei Millionen Menschen. Ein Grund für den Erfolg, so glauben wir: Wir haben uns für eine neue Form der Zusammenarbeit entschieden. Onliner, Filmautoren, Rechercheure, Grafiker, ein Regisseur – sie alle arbeiten wie eine kleine Redaktion langfristig zu einem Thema. Mindestens einmal in der Woche werden neue Rechercheergebnisse mit allen geteilt. Gemeinsam überlegen wir, wie die Inhalte in welches Medium passen. Weder das Netz noch das Fernsehen sind Resterampe. Konsequent crossmediales Erzählen.

Links:
Docupy (WDR): 
219 Frauen – eine Frage (Facebook)
Warum die Doku "Ungleichland" uns so wütend macht (bento)

Moderators
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Sanaz Saleh-Ebrahimi

Wissenschaftsjournalistin
Sanaz Saleh-Ebrahimi arbeitet als freie Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin in Berlin. Nach ihrem Studium zur Wissenschaftsjournalistin hat sie von 2008 bis 2014 als Medizinjournalistin beim ZDF gearbeitet. 2011 moderierte sie das Wetter in den heute-Nachrichten. Von 2012 bis... Read More →

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Julia Friedrichs

Freie Autorin
Julia Friedrichs, geboren 1979, studierte Journalismus in Dortmund und Brüssel. Seitdem arbeitet sie als Autorin von Reportagen und Dokumentationen für den WDR und das ZDF und schreibt für die ZEIT. Sie hat mehrere Bücher verfasst, unter anderem die Beststeller „Gestatten: Elite... Read More →
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Fabienne Hurst

freie Autorin, NDR/bildundtonfabrik
Fabienne Hurst, geboren 1987 in Südbaden, ist freie Journalistin und Filmemacherin in Hamburg. Nach dem Studium in Frankreich hat sie beim Norddeutschen Rundfunk volontiert. Sie arbeitet vor allem als Autorin für die Redaktion des ARD-Politikmagazins “Panorama” im Ersten, dreht... Read More →
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Eva Müller

Autorin, bildundtonfabrik
Eva Müller (geboren 1979) studierte Geschichte, Öffentliches Recht und Linguistik in Tübingen und Marseille. Im Anschluss volontierte sie beim Westdeutschen Rundfunk in Köln. Von 2005 an arbeitete sie  für das ARD-Politikmagazin Monitor und als Autorin von Reportagen und Dokumentationen... Read More →


Saturday June 30, 2018 10:45 - 11:45
S3

12:00

Zwischen Demos und Polizeiberichten — Wie kann man unabhängig und kritisch über die Polizei berichten?
In sozialen Netzwerken wird die Polizei selbst zum Reporter. Polizisten selbst entscheiden, was sie schneiden, wie sie eine Meldung framen, ob jemand Täter oder Tatverdächtiger genannt wird. Wenn Social-Media-Accounts von Polizeien mehr Follower haben als Lokalzeitungen Abonnenten, wenn Redaktionen Polizeimeldungen ungeprüft übernehmen und weiterverbreiten, Blogger die Recherchearbeit übernehmen: Ist die Polizei dann auf Medien vielleicht gar nicht mehr angewiesen? In sozialen Netzwerken kommuniziert sie selbst, in Echtzeit und mit einem sechsstelligen Publikum.

Wir sprechen darüber, wie man Meldungen der Polizei kritisch einordnet, welche Gesprächspartner welche Interessen haben und wie Statistiken eine Geschichte erzählen. Wir reden über die neuen Polizeigesetze, wie man sie versteht und was sie für Journalisten bedeuten. Wir sprechen über journalistisches Arbeiten bei Demonstrationen, Kundgebungen und Protesten. Wir lernen, Aussagen von Innenpolitikern kritisch zu hinterfragen. Und wir sprechen mit Polizisten, wie die uns eigentlich wahrnehmen, um am Ende zu fragen: Was können wir tun, um einander nicht im Weg zu stehen – und auch dem Rechtsstaat nicht?

Links:
Während der G20-Proteste wurden weniger Polizisten verletzt, als die Polizei behauptet (buzzfeed) 
In den 20 größten deutschen Städten gab es zu Silvester nur 6 verletzte Rettungskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst (buzzfeed) 

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Marie Bröckling

Autorin, netzpolitik.org
Marie Bröckling lebt in Berlin und schreibt bei netzpolitik.org, vor allem über die Polizei. Als Sachverständige für Polizeigesetze war sie unter anderem in den Innenausschüssen der Landtage von NRW und Niedersachsen. Für die Recherche "So twittert die Polizei" gewann sie gemeinsam mit Kollegen den zweiten Platz des Bayerischen Journalisten-Verbands (BJV... Read More →
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Marcus Engert

Reporter, BuzzFeed News
Marcus Engert ist „Schwerpunktreporter für Grund- und Freiheitsrechte“ im Deutschland-Büro von BuzzFeed News. Er hat unter anderem recherchiert, dass die Zahl der bei G20 verletzten Polizisten nur halb so hoch war, wie behauptet, als erster den Entwurf für das neue sächsische... Read More →


Saturday June 30, 2018 12:00 - 13:00
S3

14:00

Globale Themen global recherchieren — Klimawandel, weltweite Steuerhinterziehung, schwarze Listen
Klimawandel, weltweite Steuerhinterziehung, schwarze Listen - es gibt viele Themen im Journalismus, die grenzübergreifend besser zu recherchieren sind als national. Doch nur wenige Journalisten wagen bisher, ihre Recherchen wirklich global aufzustellen.

Wir wollen auf diesem Panel an Hand von drei Beispielen – die sich in Größe und Aufwand stark unterscheiden, aber alle zu einem beeindruckenden Ergebnis führten - diskutieren, wie das funktionieren kann:

1. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte im Verbund mit dem ICIJ im November die Paradise Papers, eine Zusammenarbeit mit rund 400 Kolleginnen und Kollegen aus allen Kontinenten. Das vorherige Projekt, die Panama Papers, gilt als eine der größten Erfolgsgeschichten im Journalismus.

2. Correctiv.org hat über die steigenden Meere an verschiedenen Orten der Welt recherchiert und publiziert: https://searise.correctiv.org/de/ Dafür hat Annika Joeres internationale Daten gesucht und ein Team aus insgesamt 15 Personen zusammen gestellt, die darüber schreiben, wie beispielsweise das steigende Meer auf den Philippinen, in Argentinien oder Südfrankreich das Leben der Einwohner verändert.

3. Es ist ein seltener Einblick in einen sonst streng gehüteten Datenschatz – und er ist besorgniserregend: Viele unschuldige Menschen und Organisationen finden sich in der World-Check-Datenbank, mit der Banken sich gegen potenziell gefährliche Kunden schützen. Das zeigt eine gemeinsame Recherche von Süddeutscher Zeitung und NDR gemeinsam mit der Times of London (Großbritannien), NPO Radio 1 (Niederlande), De Tijd (Belgien), La Repubblica (Italien) und The Intercept (USA). Sie hatten erstmals umfassenden Einblick in einen World-Check-Datensatz mit mehr als zwei Millionen Profilen mit Stand aus dem Jahr 2014.

Alle Beispiele sollen praktisch zeigen, wie Herausforderungen, Sprachbarrieren, journalistische Kulturunterschiede und ähnliches überwunden werden konnten. Wie also eine internationale Recherche zu organisieren und zu führen ist und was die Panelisten daraus gelernt haben. Welche Themen sich dafür eignen. Und vor allem: wie es jeder schaffen kann.
 
Link:
https://searise.correctiv.org/de/
https://searise.correctiv.org/de/explore
http://www.investigate-europe.eu

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Elisa Simantke

Journalist/Coordinator, Investigate Europe
Elisa Simantke is coordinating the work of "Investigate Europe" - an investigative cross-border team with members from all over Europe. IE publishes investigative reports with media partners in up to 18 countries europe-wide. The team is mainly funded through several European foundations... Read More →

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Annika Joeres

Correctiv
Annika Joeres arbeitet als Journalistin in Frankreich - als Reporterin für correctiv.org und als freie Auslands-Korrespondentin für deutschsprachige Medien, u.a. Zeit und NZZ und die ARD. Sie mag vorallem grenzüberschreitende Recherchen zu Lobbyismus, Klima und neue Bewegungen... Read More →
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Frederik Obermaier

Investigativer Journalist und Autor, Süddeutsche Zeitung
Frederik Obermaier, Germany, is a book author and investigative reporter at Germany’s leading daily, the Munich-based Süddeutsche Zeitung. He is member of Netzwerk Recherche, the Forbidden-Stories-network and the International Consortium of Investigative Journalists. Together with... Read More →


Saturday June 30, 2018 14:00 - 15:00
K7

14:00

Recherchieren in geschlossenen Systemen — Blackbox Heim: Wie Kinder mit geistiger Behinderung weggesperrt werden
Zustände, die an ein Gefängnis erinnern, nicht an ein Kinderheim – das war unser erster Gedanke, als wir den handschriftlichen Brief eines ehemaligen Kinderheim-Mitarbeiters in den Händen hielten. Geistig behinderte Kinder sollen dort regelmäßig, bis zu 16 Mal am Tag ins Zimmer gesperrt worden sein. Doch die Heimleitung streitet jegliche Vorwürfe ab, spricht von Denunziation. BR Recherche, das Investigativteam des Bayerischen Rundfunks, wollte mehr wissen: Was ist dran an den Vorwürfen? Ist die Praxis des Wegsperrens verbreitet in bayerischen Heimen? Nur: Von den Behörden werden wir abgewimmelt, Heimmitarbeiter fürchten um ihre Jobs und betroffene Eltern haben Angst: Was, wenn sie den dringend benötigten Heimplatz verlieren, weil sie mit Journalisten gesprochen haben? Oder wenn das eigene Kind nach einem Interview schlecht behandelt wird? Wie geht man als Journalist mit solchen Ängsten um?

Links:
Behinderte Kinder hinter verschlossenen Türen (BR)
Zimmereinschlüsse in Kinderheimen (BR) 
BR Recherche

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Christiane Hawranek

Reporterin/Autorin, BR Recherche
Christiane Hawranek arbeitet als Investigativ-Reporterin bei BR Recherche. Sie interessiert sich für Missstände in den Bereichen Medizin, Soziales und Justiz: zuletzt ging es dabei um heimliche Medikamententests in Kinderheimen, um Zwangsadoptionen bis in die 80er Jahre und um verbotene... Read More →
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Lisa Wreschniok

Reporterin/Autorin, BR Recherche
Lisa Wreschniok ist Investigativ-Reporterin bei BR Recherche. Ihr Interesse wecken vor allem Themen, bei denen die Verantwortlichen erst mal „mauern“. Von sozial brisanten Fragen, wie Freiheitsbeschränkungen in Heimen bis hin zu dubiosen Geschäften, wie den Einsatz von Billigarbeitern... Read More →


Saturday June 30, 2018 14:00 - 15:00
S3

14:00

The Hidden Scenario — Drehbuch der Recherche: Journalistische Recherchen planen und organisieren [E]
Workshop with presentation of the new book „Drehbuch der Recherche“
Workshop mit Vorstellung der nr-Werkstatt „Drehbuch der Recherche“

In ihrem Lehrbuch „The Hidden Scenario“ entwickeln die Journalisten Luuk Sengers und Mark Lee Hunter ein Drehbuch der strukturierten Recherche. Sie stellen das hypothesengestützte Arbeiten in den Mittelpunkt ihrer Methode. Netzwerk Recherche hat das Lehrbuch übersetzen lassen und veröffentlicht es nun zur Jahreskonferenz des Vereins in einer aktualisierten und überarbeiteten Fassung als kostenlose Publikation in der Werkstatt-Reihe.

In this workshop, we present the method and discuss the pracitical experiences with Mark Lee Hunter (Interview with the Authors, Centre for Investigative Journalism, UK).

Moderators
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Malte Werner

Freelancer
Used to work for news agency ddp/dapd back in the days. Went back to university to research the role of social media in the coverage of the Syrian war. Hasn't finished that yet. But is about to. Got back on "Team Journalism" anyways. Now freelancing, mainly on science related issues... Read More →

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Mark Lee Hunter

Story-based Inquiry
Mark is the only person to have won awards from Investigative Reporters and Editors Inc., the world’s leading organization in the field, for both his investigative reports and his research on journalism. He has also won the H.L. Mencken Free Press Award, the Sigma Delta Chi Award... Read More →


Saturday June 30, 2018 14:00 - 15:00
R1

15:15

Das Daphne-Projekt - Wie Journalisten/innen weltweit gemeinsam recherchieren
Fünf Monate lang recherchierten 45 Journalistinnen und Journalisten aus 18 Redaktionen gemeinsam zu den Hintergründen des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia. Sie entwickelten einen gemeinsamen Rechercheplan, teilten sämtliche Informationen und koordinierten die weltweite Veröffentlichung der Rechercheergebnisse. Wie läuft ein solches Projekt hinter den Kulissen? Was hat sich bewährt, wo hat es gehakt? Und kann eine solche Kooperation ein Vorbild für künftige Projekte sein?

Links

Forbidden Stories. The Daphne-Project 
Daphne Caruana Galizia: Wer hat sie umgebracht? (Die Zeit)  
Mord auf Malta: Der Fall Caruana Galizia (Monitor)
Das Milliarden-Geschäft mit Pässen aus Malta (Süddeutsche Zeitung)
"Daphne Project": Recherchen weitergeführt (ZAPP) 


Moderators
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Holger Stark

Editor in chief, DIE ZEIT
Von 1989 bis 1991 absolvierte Holger Stark eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München und der Berliner Journalisten-Schule in Berlin. Im Anschluss ging Stark von 1991 bis 1993 als Redakteur zur Berliner Zeitung. Von 1993 bis 1998 studierte er Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien... Read More →

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Lena Kampf

Investigativ Journalistin, WDR
Lena Kampf, geboren 1984 in Hamburg, arbeitet für das investigative Ressort des WDR in Berlin und Brüssel in der Recherchekooperation aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Sie hat Politikwissenschaften in Maastricht, Berlin und Santiago de Chile studiert. Von 2012-2014 arbeitete... Read More →
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Hannes Munzinger

data & investigations, Süddeutsche Zeitung Digitale Medien
Hannes Munzinger works as a data and investigative journalist for Süddeutsche Zeitung. At Süddeutsche Zeitung he was part of the award winning team that uncovered the Panama and Paradise Papers. He received the Otto Brenner Foundation's Newcomer Prize for his reporting on Russian... Read More →
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Fritz Zimmermann

Investigativ-Reporter, Die Zeit
Redakteur im Ressort Investigativ der ZEIT. Vorher Studium der Politikwissenschaft, Publizistik und Zeitgeschichte in Berlin, Istanbul und Potsdam. Ausbildung an der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg.Foto Credits:  Michael Biedowicz


Saturday June 30, 2018 15:15 - 16:15
S3

16:30

Flüchtlinge als Sexualstraftäter - Recherchieren ohne Vorbehalte
In Freiburg und Wiesbaden wurden in den vergangenen Monaten zwei Mädchen vergewaltigt und dann getötet. Die Täter waren in beiden Fällen offenbar Flüchtlinge. Um zu zeigen, dass Frauen in Deutschland nicht mehr sicher sind, sammeln rechte Internetseiten Berichte über Vergewaltigungen durch Flüchtlinge. Ein SPIEGEL-Team ist mehr als 400 solcher Meldungen nachgegangen.

Link:
Faktencheck: Stimmen die Meldungen über vergewaltigende Flüchtlinge? (Der Spiegel)

Speakers
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Laura Backes

SPIEGEL
Laura Backes, geboren 1987 im Saarland, hat Politik und Philosophie in Deutschland und Frankreich studiert, die Deutsche Journalistenschule besucht und arbeitet seit 2016 beim SPIEGEL im Ressort Deutschland. Dort schreibt sie unter anderem über Sexualstrafrecht und sexuelle Bel... Read More →
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Kathrin Becker

Redakteurin, NDR
Kathrin Becker ist Leiterin der Redaktion Dokumentationen (45 Min und Story im Ersten). Sie studierte in Köln und Madrid Geschichte und arbeitete als Autorin und Gerichtsreporterin für die Kölnische Rundschau. Nach dem Volontariat beim NDR war sie zunächst Autorin beim Medienmagazin... Read More →


Saturday June 30, 2018 16:30 - 17:30
K7