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Frauen [clear filter]
Friday, June 29
 

10:45

Es geht voran ...! Oder doch nicht? - Frauen in Führungspositionen

30 Prozent Frauen in redaktionellen Führungspositionen - mit dieser Forderung sorgte der damals neu gegründete Verein ProQuote 2012 für große Aufmerksamkeit. Und für viele Diskussionen. Und heute? Was hat sich verändert, was wurde erreicht? Wie haben Verlage und Sender reagiert? Tatsache ist: Es hat sich einiges getan. Doch reicht das?

Sorgenkinder bleiben die Lokalredaktionen. Aber auch bei einigen der sogenannten Leitmedien ist noch viel zu tun. Wo sind die Gewinner, wo die Verlierer? Und was sind die Gründe?

Links: 
Der kleine Unterschied 2018 (Panorama - Die Reporter)
Medien zu Horst Seehofers Personal: Der Blick ins eigene Haus fehlt (taz)
# MeToo – Aus dem Nähkästchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (Schreibwerk Berlin)
Anteil von Frauen in redaktionellen Führungspositionen deutscher Leitmedien (Pro Quote)
Frauen in Führungspositionen: FAZ und SZ liegen “beschämend weit” hinter ProQuote-Forderung zurück (Meedia)
Frauen in Medien: Aufwärts ist noch nicht oben (taz)
Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“: Die erste Frau im Männerkreis (taz)
Auf dem Rücken einer Schildkröte (Süddeutsche Zeitung)
Gleichstellung in Regionalzeitungen: "Eine Frau ändert den Ton in der Redaktionsrunde" (Deutschlandfunk)
Journalismus in Europa: Wo sind die Frauen? (European Journalism Observatory)
Yes, there are plenty of ways to tackle gender imbalance in newsrooms (newsmavens.com)

Moderators
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Susanne Stichler

ARD-aktuell, NDR
Susanne Stichler ist das Gesicht von Panorama 3: Engagiert und pointiert präsentiert sie das, was die Reporterinnen und Reporter Woche für Woche recherchiert haben. Seit 2004 moderiert sie Sendungen im NDR Fernsehen. Ursprünglich aus dem Schwäbischen kommend, führte ihr Weg über... Read More →

Speakers
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Wolfgang Bergmann

Geschäftsführer arte Deutschland, arte
Wolfgang Bergmann, Jahrgang 1962, Studium der Ethnologie, Germanistik und Publizistik in Mainz, freier Mitarbeiter beim Wiesbadener Kurier, seit 1986 als freier, seit 1989 als festangestellter ZDF- Redakteur zunächst für Pressearbeit und Theater bei 3sat, später  Leiter der Programmgruppe... Read More →
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Klaus Brinkbäumer

Chefredakteur, DER SPIEGEL
Klaus Brinkbäumer wurde am 27. Januar 1967 in Münster/Westfalen geboren. Nach dem Abitur machte er ein Volontariat bei "Weltbild". Im Anschluss an das Studium an der University of California at Santa Barbara/USA arbeitete er für die "Abendzeitung" in München und den "Berliner... Read More →
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Ulrike Dotzer

ProQuote
Ulrike Dotzer studierte  Osteuropäische Geschichte, Mittlere und Neuere Geschichte sowie Philosophie  in Göttingen und Kiel. Sie volontierte bei den Kieler Nachrichten. Von 1990 bis 1997 war sie Reporterin in der Politik-Redaktion des Hamburger Abendblatts. Für den Axel-Springer-Verlag... Read More →
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Nicola Graef

Produzentin/Autorin
Geboren 9.3.1970 in Landau/Pfalz. Nach zwei Magister Abschlüssen in München und London in Germanistik und Theatre Studies mit Zwischenstation in Paris und freier Mitarbeit für ZDF, SZ und NDR absolvierte sie ein Volontariat beim NDR. Nach vier Jahren als Redakteurin und Reporterin... Read More →


Friday June 29, 2018 10:45 - 11:45
K1

15:15

Recherchen zu #MeToo: Zwischen Rufmord und Aufklärung
In den vergangenen Wochen gab es immer wieder neue Enthüllungen zum wichtigen Thema MeToo. Im Mittelpunkt dabei die Recherchen zu Dieter Wedel und dem WDR. Allerdings gab es auch weitere, weniger beachtete Berichte über die Situation in den Theatern oder der Kultur- und Musikbranche.

Doch wie schwierig sind diese Recherchen, wie findet man "Betroffene", die zum Reden bereit sind? Wie schwierig ist die Kontaktaufnahme? Und wie überprüft man die Glaubwürdigkeit? Wie schützt man diejenigen, die ihre Erlebnisse schildern, aber anonym bleiben möchten? Wie sichern sich die Reporter/innen vor einer Veröffentlichung ab, um juristisch nicht belangt zu werden? Wann nimmt man Kontakt zu den "Beschuldigten" auf - und in welcher Form? Was erlebt man dann an Reaktionen - juristisch und persönlich? Wann werden Namen genannt - und wann nicht? Und generell: Was ist bei dieser sogenannten Verdachtsberichterstattung zu beachten?

Es ist oft ein sehr schmaler Grat zwischen einem (recherchierten) Bericht mit konkreten Vorwürfen - und dem "Rufmord" eines Beschuldigten. Doch wann überwiegt das öffentliche Interesse gegenüber dem gesetzlich garantierten Schutz der Persönlichkeitsrechte des Betroffenen?

Auf diesem Panel diskutieren Autorinnen, die - wie Annabel Wahba (ZEIT) - die Affären um Dieter Wedel oder - wie Marta Orosz (Correctiv) und Laura Backes (SPIEGEL - die Vorgänge im WDR recherchiert und publiziert haben. Mit dabei ist Nina Lüssmann von der (Kanzlei "Prinz Lüssmann Perten"), die aus Juristensicht all diese Fragen, auch die Abwägungen bestens kennt.

Natürlich gelten auch bei diesem Panel die journalistischen Grundregeln: Keine Nennung von Quellen, keine Preisgabe von vertraulichen Informationen. Dennoch garantiert die Panel-Besetzung spannende Einblicke in die Arbeit jener Reporterinnen, die nicht nur für Schlagzeilen gesorgt haben, sondern auch eine besonders große Verantwortung haben - damit aus der "Aufklärung" nicht ein "Rufmord" wird.

Links:
Warum es so schwierig ist, zu "Me Too" zu recherchieren (Süddeutsche Zeitung)
Der Fall Dieter Wedel, Ehre und Verantwortung: investigativer Journalismus und die Machtfrage (Wirtschaftswoche)
Er nannte sich „Alpha-Tier“. Wie ein Fall von sexueller Belästigung beim WDR ohne Konsequenzen blieb (correctiv)  
Sechs Frauen werfen "Tatort"-Koordinator Belästigung vor (Der Spiegel)
Dieter Wedel: Im Zwielicht (Die Zeit)
Dieter Wedel: Der Schattenmann (Die Zeit)
Dieter Wedel: Das System (Die Zeit) 
FALL DIETER WEDEL - Was vom Rechtsstaat übrig bleibt (Cicero)
Zeit-Autorinnen über Kritik an Wedel-Enthüllung: “Berichterstattung muss möglich sein, sonst wäre der investigative Journalismus tot” (Meedia)
In dubio pro Recherche: Weshalb die Berichterstattung des Zeit Magazins im Fall Dieter Wedel richtig war (Meedia)
„Pro & Contra: Berichterstattung über Dieter Wedel - Durfte Die Zeit das?“ (Legal Tribune Online)
Beschuldigte in #MeToo-Debatte: Wann darf die Presse Namen nennen? (tagesschau.de) 


Moderators
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Susanne Stichler

ARD-aktuell, NDR
Susanne Stichler ist das Gesicht von Panorama 3: Engagiert und pointiert präsentiert sie das, was die Reporterinnen und Reporter Woche für Woche recherchiert haben. Seit 2004 moderiert sie Sendungen im NDR Fernsehen. Ursprünglich aus dem Schwäbischen kommend, führte ihr Weg über... Read More →

Speakers
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Laura Backes

SPIEGEL
Laura Backes, geboren 1987 im Saarland, hat Politik und Philosophie in Deutschland und Frankreich studiert, die Deutsche Journalistenschule besucht und arbeitet seit 2016 beim SPIEGEL im Ressort Deutschland. Dort schreibt sie unter anderem über Sexualstrafrecht und sexuelle Bel... Read More →
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Nina Lüssmann

Rechtsanwältin, Kanzlei Buse Herberer Fromm
Dr. Nina Lüssmann studierte Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt Information und Kommunikation. Stationen ihres Referendariats waren u.a. die Zivilkammer 24 („Pressekammer“) des Landgerichts Hamburg sowie das Generalkonsulat der Bundesrepublik... Read More →
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Marta Orosz

Reporter, Correctiv
Marta Orosz leitete zuletzt das investigative Rechercheprojekt Grand Theft Europe zum Thema Umsatzsteuerbetrug und koordinierte 35 Redaktionen in 30 Ländern. Davor hat sie die Fälle von sexueller Belästigung beim WDR aufgedeckt. Sie recherchiert in erster Linie im Bereich der Steuer... Read More →
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Annabel Wahba

DIE ZEIT
Annabel Wahba, geboren 1972, studierte Politikwissenschaft in München. Sie besuchte die Deutsche Journalistenschule und ging anschließend nach Israel als freie Korrespondentin. Später war sie Redakteurin beim Jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung, beim Tagesspiegel auf der Seite... Read More →


Friday June 29, 2018 15:15 - 16:15
K1

16:45

Wir sind da - schon lange! Wie können sich Journalistinnen besser vernetzen?

Ein Panel nur für Frauen - es ist die Premiere für eine Jahrestagung von netzwerk recherche. Aber offenbar sinnvoll - das zumindest zeigen Erfahrungen mit vergleichbaren Foren auf anderen Medientagungen. Im Mittelpunkt standen dabei nicht die Klagen (oder das Jammern) über die "Machokultur" mancher Kollegen, die den Redaktionsalltag dominieren. Sondern es ging neben dem Erfahrungsaustausch immer auch um konkrete Vorschläge, auch gegenseitige Tipps, wie Frau das verbessern kann. Und manchmal ging es auch "nur" um das Kennenlernen. Klingt banal, kann aber wichtig sein.

Auf dem heutigen Podium sind Frauen mit einem beruflich sehr unterschiedlichen Hintergrund vertreten - Feste und Freie, Führungskräfte und "normale" Redakteurinnen. Jede hat ihre ganz eigenen Erfahrungen gesammelt und erlebt deshalb ihren täglichen Journalistinnenalltag aus unterschiedlicher Perspektive. Es gibt allerdings eine Gemeinsamkeit: Alle arbeiten in Bereichen, die (zumeist immer noch) von Männern dominiert werden. Ergeben sich daraus Probleme? Ticken Männer anders als Frauen? Präsentieren sich Frauen zu zurückhaltend? Haben sie andere Themen, andere Zugänge als Männer? Gibt es eine Solidarität von Frauen - vergleichbar mit dem immer wieder zitierten "Männerklüngel"? Warum gibt es immer noch so wenige Frauen in redaktionellen Führungspositionen? Warum eigentlich sitzen so wenige Frauen in Talkshows, wenn es um Politik geht?
Wie also ist die Lage - und was kann Frau tun? Sich besser vernetzen, gegenseitig unterstützen? Sich ganz kollegial - über Redaktionsgrenzen hinweg - Rat bei anderen Kolleginnen holen? Oder gar gemeinsame Journalismus-Projekte starten wie es verschiedene - häufig männerdominante - Recherchekooperationen längst tun?

Dieses Panel wird keine endgültigen Antworten liefern. Aber es könnte Anstöße vermitteln. Es könnte zu einem Austausch zwischen den Frauen auf dem Podium und den Frauen im Saal werden, der an anderer Stelle fortgeführt wird. Entweder noch während der Jahrestagung oder irgendwann später.

(Panel nur für Frauen)

Links:
Journalistinnenbund - https://www.journalistinnen.de/
Frau.Macht.Medien – Doku zur Journalistinnen-Konferenz 2018 (DJV)
5 Dinge, die Frauen tun können, um ihre Kolleginnen zu unterstützen (EDITION F) 



Moderators
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Karolina Warkentin

Redakteurin für digitale Aus- und Weiterbildung, Medienakademie Ruhr
Karolina Warkentin hat Politikwissenschaft und Empirische Sprachwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert. Zwei Jahre lang volontierte sie bei der Funke Mediengruppe. Sie hat sich auf digitalen Journalismus und Social Media spezialisiert... Read More →

Speakers
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Rebecca Beerheide

Vorsitzende, Journalistinnenbund
Rebecca Beerheide, ist seit 2015 ehrenamtliche Vorsitzende des Journalistinnenbundes. Hauptberuflich ist sie Ressortleiterin der Politischen Redaktion beim Deutschen Ärzteblatt. Aufgewachsen in Oldenburg, studierte sie Diplom-Journalistik und Politikwissenschaften in Leipzig und... Read More →
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Silke Burmester

Redaktionsleiterin, Die Dame
Silke Burmester lebt als freie Journalistin und Dozentin in Hamburg. Weil sie über „was mit Medien“ nachdenkt, pausieren die taz Medienkolumne "Die Kriegsreporterin" und andere Schreibereien. Über Twitter werden aber noch Lebenszeichen ausgesandt: @medienfront
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Birte Meier

Frontal 21, ZDF
Birte Meier produziert seit 2007 als Frontal21-Redakteurin investigative Wirtschaftsgeschichten und hintergründige Politikbeiträge – zuletzt über Panschereien in der Fleischindustrie und über eine SPD-Tochterfirma, die Termine bei SPD-Ministern gegen Geld anbot ("Rent-a-Sozi... Read More →
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Katja Wildermuth

Programmbereichsleiterin, NDR
Katja Wildermuth wurde in Berlin geboren. In München studierte sie Deutsch, Geschichte und Sozialkunde.Nach dem Staatsexamen war sie ab 1990 zunächst Dozentin am Institut für Alte Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität, wo sie auch promovierte.Ab 1994 war sie als feste... Read More →


Friday June 29, 2018 16:45 - 17:45
K3

18:00

Preise für die Herren, Schnittchen von den Damen? — Die Männerdominanz bei den Journalistenpreisen
Mnanche Bilder von Journalistenpreise wirken verstörend: Auf der Bühne viele Männer, viel zu selten Frauen. Besonders auffällig, wenn begehrte Preise an ganze Teams gehen. Da kommt es schon mal vor, dass 10 Männer im Anzug allein strahlen, weil Frauen fehlen. Warum ist das so ? Sind Journalisten einfach besser als ihre Kolleginnen ?
Glaubt hoffentlich niemand mehr. Oder sind die Jurys vielleich ebenfalls zu männerlastig - und würdigen lieber
ihre "Kumpels" nach dem Motto "Man kennt sich, man schätzt sich"? Eine simple Recherche über (wichtige) Jurys und ihre Mitglieder kann diese Vermutung nicht bestätigen. Liegt die Ursache vielleicht darin, dass Verlage/Sender und Redaktionen bereits bei ihren Einreichungen dieses "männliche" Übergewicht schaffen? Einige Stichproben belegen, dass dies tatsächlich einer der wichtigsten Ursachen ist. Was also tun? Eine "Nominierungsquote" für die Einreicher ?  Oder sollten sich nur "gemischte Teams" bewerben dürfen? Müssten die Bewertungskriterien überdacht werden ? Wenn ja - wie denn ? Eine Diskussion mit Kolleginnen und Kollegen auf dem Podium, die in Jurys für wichtige und renommierte Journalistenpreise sitzen.

Links:
Nominierte Texte Theodor-Wolff-Preis 
Nominierte Nannen-Preis 2018 
Nannen-Preis: Männerüberschuss (Süddeutsche Zeitung) 
Zitat: Frauen kriegen beim Nannen-Preis mit Glück etwas Trinkgeld, glaubt Anne Fromm (Turi 2)
Anja Reschke rechnet mit dem Deutschen Fernsehpreis ab (Die Welt) 

Moderators
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Silke Burmester

Redaktionsleiterin, Die Dame
Silke Burmester lebt als freie Journalistin und Dozentin in Hamburg. Weil sie über „was mit Medien“ nachdenkt, pausieren die taz Medienkolumne "Die Kriegsreporterin" und andere Schreibereien. Über Twitter werden aber noch Lebenszeichen ausgesandt: @medienfront

Speakers
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Jupp Legrand

Gescchäftsführer, Otto-Brenner-Stiftung
Legrand ist Geschäftsführer der Otto-Brenner-Stiftung. Er wurde 1958 in Bruch/Eifel geboren, studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Neuere Geschichte in Bonn und Köln, war Mitarbeiter in Deutschen Bundestag, Verlagslektor und Zeitschriftenredakteur und seit 1996 Mitarbeiter... Read More →
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Annette Ramelsberger

Gerichtsreporterin, Süddeutsche Zeitung
Annette Ramelsberger hat in München Journalistik, Recht und Politik studiert und die Deutsche Journalistenschule besucht. Nach Stationen bei der Nachrichtenagentur AP in der damaligen DDR, bei der Berliner Zeitung und dem Spiegel berichtet sie seit 20 Jahren für die Süddeutsche... Read More →
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Anja Reschke

Leiterin Innenpolitik, NDR
Anja Reschke studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Sozialpsychologie in München. 1993 begann sie als freie Reporterin bei Antenne Bayern. 1998 trat Reschke ihr Volontariat beim NDR an. Ab 2000 iwar sie freie Autorin bei Panorama und seit Juli 2001 Moderatorin der Sendung... Read More →


Friday June 29, 2018 18:00 - 19:00
K6
 
Saturday, June 30
 

12:00

Wird jetzt alles besser? — #MeToo und die Medien
Es war im Jahr 1977, als Ingrid Kolb in einer Titelgeschichte des STERN schrieb: "Wo Frauen arbeiten, werden sie angequatscht, betatscht und auch vernascht. Und das passiert so selbstverständlich, dass es - auch von den Frauen - fast als Naturgesetz und nicht als Willkür empfunden wird". Die Reaktionen bei den Lesern/innen, aber auch innerhalb des STERN waren heftig und emotional. Zu Recht gilt Ingrid Kolb bis heute als "Pionierin" für das Thema, das aktuell durch #MeToo wieder in den Schlagzeilen ist. 

Doch was hat sich eigentlich seit damals, als Ingrid Kolb über die sexuelle Belästigung von Frauen schrieb, verändert? Warum diskutieren wir heute, 40 Jahre später, wieder über ein Thema, dass es längst nicht mehr geben dürfte? Die Antworten sind wohl ernüchternd und auch beschämend.

Judith Liere hofft, das "MeToo den Grundstein für ein neues Klima gelegt hat". In einem fulminaten Artikel - wieder im STERN - beschreibt sie ihre Emotionen, die diese Debatte bei ihr ausgelöst hat.

Cordula Meyer erlebt diese Diskussion auch in ihrem Haus, dem SPIEGEL. Eine Kommission wurde gebildet, um hausintern über Sexismus und sexuelle Belästigung zu recherchieren, damit man geeignete Regeln zum Umgang mit diesem Thema aufstellen kann.

Inga Mathwig ist (noch) Volontärin beim NDR. Sie und andere Kollegen/innen des Volontärjahrgangs schilderten in einem aufsehenerregenden ZAPP-Beitrag ihre Erlebnisse im NDR. Sicher nicht vergleichbar mit den Übergriffen der Geschichten, die aktuell im Fokus sind. Aber dumme und sexistische Sprüche gibt es offenbar auch in ihrem Umfeld.

Was also hat diese #MeToo-Debatte bewirkt, wie erleben Frauen in den Redaktionen diese Diskussion? Wird sich was verändern - oder wird es wieder 40 Jahre dauern, bis eine erstaunte Öffentlichkeit dann wieder mal damit konfrontiert wird, dass es Sexismus auch in Deutschland gibt?


Links:
Wie ging #MeToo im Jahr 1977, Ingrid Kolb? (Emotion)
Lebenswerkpreis: „Journalisten des Jahres“ 2017-Ehrung für Ingrid Kolb (Medium Magazin) 
Macht und Muffensausen (Stern)
Frauen im Journalismus: Mehr als Deko (ZAPP) 
#MeToo-Debatte: Hat der Feminismus seine Ziele erreicht? Noch lange nicht! (Stern) 
Chauvinismus: Erfahrungsberichte aus Redaktionen (ZAPP) 
# MeToo – Aus dem Nähkästchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (Schreibwerk Berlin) 
https://www.buzzfeed.com/de/pascalemueller/spiegel-beschwerdestelle-metoo-verlage?utm_term=.kgVyBV5RJ#.jeBzoPdV6 (BuzzFeed über Spiegel)
Umfrage: Wie gehen die anderen TV-Sender mit dem Thema #MeToo um? (Journalist)

Moderators
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Susanne Stichler

ARD-aktuell, NDR
Susanne Stichler ist das Gesicht von Panorama 3: Engagiert und pointiert präsentiert sie das, was die Reporterinnen und Reporter Woche für Woche recherchiert haben. Seit 2004 moderiert sie Sendungen im NDR Fernsehen. Ursprünglich aus dem Schwäbischen kommend, führte ihr Weg über... Read More →

Speakers
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Ingrid Kolb

Autorin
1941 geboren, volontierte beim „Münchner Merkur“, war Journalistin beim „Spiegel“, Ressort-Leiterin und Autorin beim „Stern“, bevor sie als Nachfolgerin von Wolf Schneider 1995 die Leitung der Henri-Nannen-Journalistenschule des Verlags Gruner+Jahr in Hamburg übernahm... Read More →
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Judith Liere

Leitende Redakteurin Kultur, Lifestyle + Sport, stern
Judith Liere, *1979, leitet das Kulturressort beim Magazin stern. Nach dem Germanistikstudium arbeitete sie zunächst drei Jahre als Dramaturgie-Assistentin am Wiener Burgtheater, anschließend absolvierte sie die Deutsche Journalistenschule in München. Danach arbeitete sie bei der... Read More →
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Inga Mathwig

Volontärin, NDR
Volontärin beim Norddeutschen Rundfunk - ab dem 1.8. freie Autorin in der Innenpolitik bei ZAPP. Schon während ihres Studiums des Kreativen Schreibens & Kulturjournalismus in Hildesheim hat Inga Mathwig in der Online-Redaktion des NDR in Hannover gearbeitet und für Tageszeitungen... Read More →
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Cordula Meyer

Leiterin Deutschland-Ressort, Der Spiegel
Cordula Meyer studierte Politik und Kommunikation an der University of Arizona in  Tucson und schloss 1996 mit dem M.A. ab. 1999 kam sie zum SPIEGEL und  schrieb  vor allem über Terrorismus, Islamismus und Integration. Von 2007 bis  2009 war sie Washington-Korrespondentin des... Read More →


Saturday June 30, 2018 12:00 - 13:00
K1

14:00

Wo sind die Frauen? — Die Dominanz der Männer im investigativen Journalismus
Es gibt sie, die Kolleginnen im investigativen Journalismus. Aber sie sind oftmals nichts so präsent und sichtbar wie die männlichen Kollegen. Warum eigentlich? Fakt ist: Es gibt eine  männliche Dominanz (eine der wenigen Ausnahmen ist dasTeam des Bayerischen Rundfunks) bei den Investigativ-Teams, die erfreulicherweise in immer mehr Verlagen und Sendern entstehen. Trauen die Männer den Frauen auf diesem Gebiet zu wenig zu? Oder fehlt es den Frauen an Selbstbewusstsein oder Motivation? Wenn ja, warum eigentlich? Oder mögen die "Kerle" einfach lieber unter sich sein - und bleiben? Und wissen deshalb gar nicht, wie die Kompetenzen der Kolleginnen neue Sichtweisen eröffnen und neue Themen sichtbar machen könnten? Was also ist los in den Investigativ-Teams - und was muss sich ändern? Ein wichtiges Thema - für Männer und Frauen.

Links:
Die Investigativ-Reporterinnen Annelie Naumann und Katja Riedel: "Vielleicht beißen wir ja noch ein bisschen mehr als Männer?" (kress.de)
Tweet mit einer Liste investigativer Journalistinnen (Christian Fuchs)
Twitter-Liste investigativer Journalistinnen (Jens Kubieziel)
Das Recherche-Team des Bayerischen Rundfunks (BR)


Moderators
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Juliane von Schwerin

Verantwortliche Redakteurin "Anne Will", NDR
Juliane v. Schwerin hat in Berlin und New York Geschichte und Literaturwissenschaften studiert und ein Buch über den Einfluss von Henri Nannen auf die Ostpolitik der sozial–liberalen Koalition geschrieben. Nach ihrem Volontariat beim NDR  war sie Redakteurin u.a. bei „Zapp... Read More →

Speakers
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Jürgen Dahlkamp

Investigativ-Team, SPIEGEL
Jürgen Dahlkamp, geboren 1965 in Werne an der Lippe. Journalistik-Studium in Dortmund, Volontariat bei "Kirche und Leben", Bistumszeitung in Münster. Ab 1992 Redakteur bei der F.A.Z., ab 1998 beim SPIEGEL im Ressort Deutschland II, zunächst als Landeskorrespondent für Baden-Württemberg... Read More →
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Britta von der Heide

Redakteurin, Recherchepool WDR, SZ, NDR
Britta von der Heide gehört zur Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Schwerpunktmäßig war und ist sie Autorin verschiedener Reportagen und Dokumentationen, darunter „Ein Sommer im Dschihad – erstes Fernsehinterview mit einem IS-Rückkehrer“ oder... Read More →
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Annelie Naumann

Investigativ-Reporterin, WELT-Gruppe
Annelie Naumann ist Autorin unter anderem im Ressort Investigation und Reportage der Welt. Sie begann ihre journalistische Karriere bei den „Norddeutschen Neuesten Nachrichten“ in Rostock und arbeitete danach auch für Spiegel Online und das Recherchebüro Correctiv. Ihre Recherchen... Read More →
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Holger Stark

Editor in chief, DIE ZEIT
Von 1989 bis 1991 absolvierte Holger Stark eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München und der Berliner Journalisten-Schule in Berlin. Im Anschluss ging Stark von 1991 bis 1993 als Redakteur zur Berliner Zeitung. Von 1993 bis 1998 studierte er Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien... Read More →


Saturday June 30, 2018 14:00 - 15:00
K3